Strategie gegen Armut

von fraktion

Die Stadtverordneten unterstützen die Aktivitäten und die Vorhaben des 2022 gegründeten Pakts gegen Armut. Er identifiziert und bündelt Ressourcen und Aktivitäten auf kommunaler Ebene, vernetzt sie miteinander und setzt sie wirkungsvoller ein. In Kassel beziehen mehr als 24.000 Menschen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II. Das entspricht einer Armutsquote von fast 20 Prozent.


Armut als Querschnittsthema

Nun liegt ein erstes Strategie-Papier des Pakts als Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen und Aktionen zur Bekämpfung und Prävention von Armut in Kassel vor. „Das Bekenntnis der Stadt Kassel, Armut als ein Querschnittsthema zu benennen und in den Fokus zu nehmen mit dem echten Willen, alle, die hier etwas beitragen können, zusammen zu bringen, bekommt nicht nur lokal, sondern auch bundesweite Aufmerksamkeit“, erläutert  Anja Lipschik, sozialpolitische Sprecherin der Rathausgrünen.


24 Institutionen und Projekte

Der Pakt gegen Armut hat fünf Paktforen definiert: Wohnen, Kinder- und Familienarmut, Altersarmut, Arbeit und Pakthilfe. Die Foren entsenden jeweils zwei Sprecher*innen in den Paktrat und speisen so ihre jeweiligen Ansätze in den politischen Entscheidungsprozess ein. „Unter der Pakthilfe verbirgt sich die Spendeneinnahme und entsprechende Weitergabe an Institutionen in Kassel“, erklärt Lipschik, nach deren Aussage bereits 136.000 Euro zusammengekommen sind, die an 24 Institutionen und Projekte direkt weitergegeben wurden. Dazu zählen zum Beispiel die Tafel Kassel, das Panama, die Heilsarmee, die Bahnhofsmission und der Frauentreff Brückenhof.


Gefahr für unsere Demokratie

„Die Arbeit im Pakt war bisher interessant, das Zusammenkommen mit rund 120 Akteur*innen, Institutionen und Betroffenen wichtig, der Austausch sehr gut, die Überparteilichkeit ist ein Muss, das konstruktive Mitarbeiten von allen brachte Neues hervor, die Koordination und Organisation war gelungen, die wissenschaftliche Begleitung durch Vorträge ist faktenbasiert und die Ergebnisse, die im regelmäßigen Newsletter erscheinen, erzeugen Transparenz und geben den Status quo an alle weiter“, betont Lipschik. Für sie steht fest: „Armut ist eine Gefahr für unsere Demokratie und unsere freie und offene Gesellschaft. Sie bedeutet mangelnde Chancengerechtigkeit.“

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