Nachgefragt: Katzen, Igel, Bergparkleuchten und Streuobstwiesen

von fraktion

Luzie Pfeil, Sprecherin der Grünen für Tier- und Naturschutz, wollte in der Fragestunde wissen, wie die Einhaltung der Katzenschutzverordnung überprüft wird. Ordnungsdezernent Heiko Lehmkuhl antwortete, dass bei den Überprüfungen festgestellt werde, dass ausläufige Katzen sehr wohl kastriert, viele von ihnen aber nicht registriert seien. Er wies darauf hin, dass Katzen, die nicht nur in Innenräumen leben, laut Katzenschutzverordnung kastriert sein müssen.


Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Selina Holtermann, fragte nach, inwiefern die Stadt bei der Laubentfernung den Schutz von Igeln einbezieht, zum Beispiel dadurch, dass keine Laubhaufen erst gebildet und später entfernt werden oder durch Rücksicht auf die Winterschlafzeit. Baudezernent Christof Nolda erläuterte, dass dieser Sachverhalt zwei Bereiche betreffe: einmal die Stadtreiniger, die für die Straßenreinigung zuständig sind, und das Umwelt- und Gartenamt, das die städtischen Grünflächen pflegt. Bei den Stadtreinigern ist das Freimachen der Straßen von Laub ein Arbeitsschritt: Das heißt, wenn die Laubhaufen gebildet werden, werden sie laut Nolda im anschließenden Schritt direkt weggebracht, sodass für Igel keine Zeit ist, sich dort einzunisten. Bei den Grünflächen müsse man es differenzierter betrachten: Teilweise werde das Laub wieder untergeharkt, teilweise werden Laubhaufen gebildet, die liegen gelassen würden. Werden diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder beseitigt, werde zuerst kontrolliert, ob sich darin Igel eingenistet haben. Ist das der Fall, wird der Haufen liegen gelassen.


Eva Koch, verkehrspolitische Sprecherin der Rathausgrünen, wollte wissen, wie der Magistrat die Verkehrssituation bzw. die Verkehrslenkung für Besucher*innen anlässlich der Veranstaltung Bergparkleuchten Ende September/Anfang Oktober bewertet. Als Verkehrsdezernent betonte Christof Nolda den überaus großen Erfolg der Veranstaltung mit sehr vielen Besucher*innen. Aufgrund des extrem guten Wetters habe es einen deutlichen Ansturm gegeben. Man habe die Infrastruktur mit einer höheren Taktung des ÖPNV, die normalerweise für beleuchtete Wasserspiele eingerichtet ist, angelegt. Im Nachhinein müsse man deutlich sagen, dass die Aufforderung, nicht mit dem Auto anzufahren, nicht ausgereicht habe. Auch Kasseler*innen seien mit dem Auto angereist – dadurch habe auch der ÖPNV im Stau gestanden. Man werde die Veranstaltung auswerten, reflektieren und beim nächsten Mal entsprechend angepasst reagieren. Nicht mit dem Auto anzureisen, sei dafür wichtig, dass der ÖPNV durchkommt. Auf Einwand der Linken, auch die Anreise mit der Straßenbahn sei kaum möglich gewesen, weil man nicht in Straßenbahnen reingekommen sei, entgegnete Nolda, dass man die Veranstaltung überarbeiten werde und reflektiert, inwieweit eine höhere Taktung sinnvoll ist. Grund für den Straßenbahnstau sei auch der Fahrzeugstau gewesen, weil ab der Haltestelle Kunoldstraße nur eine Trasse für Straßenbahnen und Autos zur Verfügung steht. Man habe auch Nachbesserungsbedarf für Fahrradständer gesehen.


Die grüne Stadtverordnete Sophie Eltzner fragte nach, ob Streuobstwiesen in Kassel kartiert sind. Stadtbaurat Christof Nolda antwortete mit einem Ja: Die Streuobstwiesen in Kassel seien alle kartiert. Entweder seien sie absichtlich angelegt worden, weil sie einen wichtigen Beitrag zu Grünflächen bilden. Oder sie seien als Ausgleichsmaßnahme angelegt. Im Geoinformationssystem der Stadt finde man eine Karte zu Streuobstwiesen. Die Nachfrage Eltzners, ob es denkbar ist, dass sich die Stadt Kassel der Initiative anschließt, dass Bäume mit einem gelben Band gekennzeichnet werden, die geerntet werden dürfen, sagte Nolda, dass er die Idee gerne mitnehme und weiterleite. Die Initiative dürfe allerdings nicht mit Baum-Patenschaften konkurrieren.

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