Besserer Schutz für Hochzeitstauben

von fraktion

Hochzeitstauben sollen einen besseren Schutz erhalten. Ein Antrag der Jamaika-Koalition wurde in der Stadtverordnetenversammlung einstimmig angenommen. Die klare Aussage: Der Einsatz von Hochzeitstauben ist mit Tierleid verbunden. Wir setzen deshalb auf Tierschutz durch Aufklärung. Anlass für den Antrag war ein Vorfall im November 2023, als auf einer Hochzeitsfeier online gekaufte Tauben fliegen gelassen wurden. Als die Vögel anschließend in der Umgebung herumirrten, wollte der Vater des Bräutigams keine Verantwortung übernehmen. Die HNA titelte: „Vater des Bräutigams will weiße Tauben ‚entsorgen‘: Kasseler rettet sie und erstattet Anzeige“.

Tiere dürfen kein Produkt sein

„Ein Anwohner übergab die Tiere der Stadttaubenhilfe. Dort konnten die Tauben, die gefunden wurden, aufgenommen und gepflegt werden. Mittlerweile geht es ihnen wieder gut“, sagt Luzie Pfeil, Sprecherin der Rathausgrünen für Tierschutz, und ergänzt: „Für dieses Engagement möchte ich mich herzlich bedanken. Insgesamt zeigt der Bericht ganz deutlich: Tiere dürfen kein Produkt sein.“ Der Brauch der Hochzeitstauben ist mit großem Stress für die Tiere verbunden. Sie werden aus ihrer gewohnten Umgebung entnommen und verbringen den Transport und den Großteil der Feier in Käfigen. Weiße Rassetauben sind im Vergleich zu Brieftauben zusätzlich in Gefahr, denn sie haben einen schlechteren Orientierungssinn. Wenn sie nicht mehr zurückfinden, irren sie in der Stadt umher. Durch ihr weißes Gefieder sind sie besonders stark durch Greifvögel gefährdet. Wenn sie überleben, werden sie zu Stadttauben.

Ins Gespräch kommen

„Wir als Stadt Kassel wollen nun Verantwortung übernehmen. Wir haben keine rechtliche Grundlage, um Hochzeitstauben zu verbieten“, bedauert Pfeil. „Was wir aber tun können und mit unserem Änderungsantrag einbringen, ist, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Zum Beispiel beim Vorgespräch im Standesamt kann ein Austausch darüber entstehen, welche Probleme mit Hochzeitstauben verbunden sind. Diese Informationen können dann auch an die Gäste weitergegeben werden. So können sich diese eine Alternative überlegen, mit der man dem Brautpaar eine Freude machen kann. So gibt es schöne Hochzeiten ohne Tierleid.“

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