Ära Christof Nolda geht zu Ende

von fraktion

In der letzten Stadtverordnetenversammlung seiner Amtszeit als Baudezernent ist Christof Nolda verabschiedet worden. Zwölf Jahre und zwei Amtsperioden lang hatte Nolda von 2011 bis 2023 die Verantwortung im Dezernat für Umwelt, Stadtentwicklung, Bauen – und zeitweise Verkehr. „Zwölf Jahre, das schaffen nicht alle Baudezernent*innen, da ist es angemessen, von der ‚Ära Christof Nolda‘ zu sprechen“, zog Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Martina van den Hövel eine persönliche Bilanz.

Mehr als ein Dach überm Kopf

„Ein Architekt entwirft nicht nur Häuser, sondern Beziehungen, die Kontakte ihrer Bewohner, eine gesellschaftliche Ordnung … Ein Stadtentwickler will den Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern eine wirkliche Heimat, ein intaktes Sozialgefüge, Möglichkeiten zu Kontakten, Freizeitaktivitäten schaffen, wirtschaftliches Wachstum ermöglichen.“ Das Zitat der Schriftstellerin Brigitte Reimann nutzte van den Hövel in ihrer Abschiedsrede und kam zu der Erkenntnis: „Das ist keine leichte Aufgabe. Wen wundert es, dass über Stadtentwicklung viel diskutiert, geurteilt, gestritten wurde, dass Erwartungen hoch und Wünsche zahlreich waren. Nie geht es schnell genug, nie gibt es genügend Geld, nie hat man allein den ‚Hut‘ auf. Trotzdem zeigt der Blick zurück eine beeindruckende Vielfalt unterschiedlicher Arbeitsschwerpunkte.“

Nie ein autokratischer Akt

Um den Rahmen der Veranstaltung nicht zu überziehen, verzichtete van den Hövel auf eine vollzählige Aufzählung, sondern nannte beispielhaft eine Auswahl der Themen und Projekte, die in Noldas Amtszeit fielen: Langes Feld, GRIMMWELT, den noch laufenden Prozess rund um das Salzmann-Areal, die Stärkung der Innenstadt, Stadtverdichtung und das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum, Stadtbäume, doc-Institut, Fulda-Ufer, das integrierte Stadtentwicklungskonzept für den Kasseler Osten und – nicht zuletzt: die klimagerechte Stadt. „Lieber Christof, die Realisierung dieses und vieler anderer Entwicklungen hast du nie als autokratischen Akt verstanden. Wie auch, Stadtentwicklung ist gesellschaftspolitischen Veränderungen, wechselnden Koalitionen, breiten Beteiligungen unterworfen. Du hast dich unterschiedlichen Erwartungen und Vorstellungen gestellt, zahlreiche Fragen in der Fragestunde, viele Bürger*innenversammlungen und Diskussionen in den Ortsbeiräten belegen das.“ Van den Hövel erinnerte an eine von Noldas Leitlinien, die er zu Beginn seiner Amtszeit geäußert hat: „große Ziele, kleine Schritte“. Ein weiterer und wichtiger Orientierungspunkt seiner Arbeit war laut van den Hövel die „Charta für Baukultur“ als Rahmen und Maßstab für Kassels Stadtentwicklung: „Ein großer Wurf, finden Fachleute und sogar einige Politiker*nnen – ich hoffe, dass dies weiter gelten wird.“

Stadtbaurat geht es wie Förster

„Lieber Christof: Du hast einmal gesagt: einem Stadtbaurat geht es wie einem Förster: ‚Man weiht ein, profitiert von, ist konfrontiert mit Projekten und Entscheidungen, die Vorgänger angezettelt haben. Gibt es genug Zeit, profitiert man von seinen eigenen Initiativen und Konzepten.‘ Ich bin sicher: Wir, die Stadtverordneten, die Stadtgesellschaft profitieren von vielen deiner Initiativen und deinen Konzepten. Ganz herzlichen Dank für alle Anregungen, für den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße, für die wunderschöne GRIMMWELT, um nur zwei Beispiele zu nennen, für die mit Leidenschaft und Sachverstand und im Dialog mit Politik und Verwaltung betriebene Stadtentwicklung.“

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